agro art - Claus Weber

Vorwort
Vorwort1/7

Aus dem Vorwort zu Katalog III

Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn gebe,
dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen,
dem Bekannten die Würde des Unbekannten verleihe,
so romantisiere ich es.

Für den Katalog Nummer III von agro art halte ich diese brillante Formulierung von Novalis genau noch so zutreffend, wie für die ersten beiden Kataloge. Es sind nicht nur die „gemeinen Dinge“, also die gewöhnlichen Dinge, die mir als Urzellen meiner Objekte dienen, sondern es sind auch „gemeine Dinge“ dabei, also primitive Werkzeuge und Gerätschaften, die der, für den sie einst geschaffen wurden, ganz übersieht, weil sie ihm alltäglich nahe standen, und die derjenige, für den sie Gegenstände eines ganz niedrigen Tuns darstellten, gar nicht beachtet.

Von den neuen Objekten brauchen doch viele einen weiteren Raum zur Verfügung. Sie haben gleichsam die Enge der Scheune, der Wirtschaftsgebäude des landwirtschaftlichen Anwesens gesprengt, brauchen Landschaft als Wirt, benötigen Weite, wollen Wolken und Himmel. Der Skulpturengarten zwischen Streuobstwiese und Gemüsegärten, zwischen Blumenrabatten und Stauden-Anlagen bietet neue Blickrichtungen, lässt an manchen Stellen sogar Natur und Kunst miteinander verschwimmen, „Und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden.“